Solowjows Quote stürzt ab

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In Moskau wird der Ton gegen europäische Spitzenpolitiker immer schärfer, doch die Wirkung der Kreml-Propaganda scheint in Russland spürbar nachzulassen. Das berichtet der italienische Corriere della Sera. Demnach wenden sich viele Russen zunehmend von den staatlichen Talkshows ab und bevorzugen Unterhaltungsformate oder ausländische Webseiten – sofern diese nicht zensiert seien.

Besonders sichtbar wird das am Beispiel von Wladimir Solowjow, einem der bekanntesten TV-Propagandisten Russlands. Seine Reichweite ist gesunken, ebenso wie die von Sendungen, die früher klar zur politischen Dauerschleife des Staatsfernsehens gehörten. Gleichzeitig greifen Solowjow und andere weiterhin europäische Politiker wie Giorgia Meloni und Emmanuel Macron verbal an, mit immer drastischeren Formulierungen. So beleidigte er die Italienerin Meloni unter anderem als „faschistische Schlampe“. Meloni sei „eine Schande für die Menschheit“, das Wort „Verrat“ sei ihr „zweiter Vorname“ und „PuttaMeloni“ (“HureMeloni“) habe „Trump verraten, dem sie zuvor die Treue geschworen hatte“.

„Die Zahl der Zuschauer von Solowjows Sendungen ist von 2 % Anfang 2025 auf heute auf 1,6 % gesunken, und wir sprechen von einem potenziellen Publikum von 120 Millionen Zuschauern“, schreibt die Zeitung. Im Jahr 2022, als der Krieg in der Ukraine begann, waren seine Quoten doppelt so hoch wie heute.

Für den Corriere sind dies Zeichen eines größeren Problems: Die kriegstreibende Rhetorik funktioniert im Inland immer schlechter. Selbst in Russland beginnt ein Teil des Publikums, die ständige Eskalation nicht mehr ernst zu nehmen. Damit verliert die Propaganda zwar nicht ihren Einfluss im Machtapparat, aber zunehmend ihre Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit.


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