Karlspreis 2023 geht an das ukrainische Volk

Lesedauer 3 Minuten

Der Karlspreis 2023 wird an das ukrainische Volk und stellvertretend an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verliehen. Das gab das Direktorium der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises am Freitag bekannt.

Zur Begründung heißt es:

Das ukrainische Volk ist Opfer eines völkerrechtswidrigen und unsäglich brutalen russischen Angriffskrieges. Das ukrainische Volk verteidigt unter der Führung seines Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nicht nur die Souveränität seines Landes und das Leben seiner Bürger, sondern auch Europa und die europäischen Werte.

Der Krieg richtet sich gegen Freiheit und Demokratie, Menschenrechte und Multilateralismus; er richtet sich gegen die europäische Gesellschafts-, die Sicherheits- und Friedensordnung, um die europäische Gemeinschaft der Völker zu destabilisieren und zu einer politischen Neuordnung Europas zu kommen.

Nach dem Großangriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 erklärte Selenskyj seinen Bürgern und der Welt: „Wir sind alle hier. Unsere Soldaten sind hier. Die Bürger sind hier. Wir sind alle hier, um unsere Unabhängigkeit zu verteidigen. Und das wird so bleiben.“
Diese Worte gelten bis zum heutigen Tage und haben die freiheitliche Welt hinter der Ukraine versammelt. So unterstützen den Verteidigungskampf die UN-Generalversammlung, G7 und G20, die Europäische Union, die NATO, viele politisch neutrale Staaten, die deutsche Bundesregierung und alle Menschen, die freiheitlich, demokratisch und friedliebend leben wollen.

Wolodymyr Selenskyj ist in diesem Verteidigungskrieg nicht nur der Präsident seines Volkes und der Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, er ist auch der Motivator, Kommunikator, der Motor und die Klammer zwischen der Ukraine und der großen Phalanx der Unterstützer. Selenskyj ist Diplomat, Aufrüttler und, wenn es nach seiner Auffassung sein soll, auch wortstarker Kritiker.

(…)

Selenskyj zeigt Mut, Führungsfähigkeit, taktisches Einfühlungsvermögen und er beweist einen neuen, klaren und unmissverständlichen politischen Stil.

Er ist Halt und auch Vorbild für sein Volk; er steht gegen Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, für die Sicherstellung des alltäglich Notwendigen, für die existenziell notwendige Verteidigungsausrüstung und für die Zuversicht, das Ziel einer freien, unabhängigen und souveränen Ukraine, die Teil der europäischen Völkerfamilie ist.

Selenskyj gibt der Ukraine, er gibt aber auch der Europäischen Union Kraft, an dieses Ideal zu glauben. Er ist insoweit auch Vorbild für alle Europäerinnen und Europäer, sich auf die europäischen Ideale und Werte zu besinnen.

Selenskyj ist studierter Jurist, erlangte seine Popularität aber vor allem als Schauspieler, Fernsehmoderator, Drehbuchautor und Filmproduzent. Er ist verheiratet mit Olena Selenska und hat zwei Kinder.

Zum Präsidenten der Ukraine wurde er 2019 gewählt.

In seinem jüngst erschienen Buch „Botschaft aus der Ukraine“ betont er seine Vorstellung von der Ukraine als demokratische und freie Nation, als eine Wertegesellschaft nach europäischem Vorbild und als Teil Europas. Er beschreibt, dass die Ukraine als Nation am 24. Februar „wiedergeboren“ worden sei, die Nationenbildung durch den Aggressionskrieg der Russen zwar nicht abgeschlossen, jedoch beschleunigt worden wäre – und dass vor allem die Ukraine näher an Europa herangerückt sei.

Selenskyj bekennt sich zu den Zielen der Europäischen Union. Deshalb hat Ursula von der Leyen ihn zu Recht mit den Worten charakterisiert: „Sie sind einer von uns. Wir wollen Sie drin haben.“

Die Ukraine ist eine präsidial-parlamentarische Republik mit einer reichen Kultur und mehr als 40 Millionen Einwohnern, die in dem nun fast zehnmonatigen Krieg erhebliche Opfer bringen mussten und mit unermesslichem Leid überzogen wurden. Das ukrainische Volk verdient größte Anerkennung dafür, wie es Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung verteidigt.

Das Direktorium der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises unterstreicht durch die Verleihung des Karlspreises 2023, dass die Ukraine Teil Europas ist und die Bevölkerung und ihre Regierungsvertreter, an der Spitze Präsident Wolodymyr Selenskyj, europäische Werte vertreten und verteidigen und deshalb die Ermutigung verdienen, rasch Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union zu führen.

Der Internationale Karlspreis zu Aachen, der 1950 erstmals vergeben wurde, ist der älteste und bekannteste Preis, mit dem Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet werden, die sich um Europa und die europäische Einigung verdient gemacht haben.

Last Updated on 17. December 2022 by Lupo



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