Wie der deutsche Mauke-Verlag aus Weimar, der die Bücher der ukrainischen Autorin Olena Sachartschenko verlegt, heute informiert, ist die Autorin vom gestrigen russischen Raketenangriff auf Kyiv schwer betroffen – ihre Wohnung gibt es nicht mehr.
Der Verlag zitiert die Autorin
»Ich habe die Wohnung, die ich so sehr geliebt habe, nicht mehr. Es fühlt sich irgendwie unlogisch an, als sollte es nicht so sein. Am Abend saßen wir mit den Kindern zusammen, spielten ein Brettspiel, räumten den Geschirrspüler ein, ich überlegte, ob ich die Blumen vor dem Fenster gießen sollte, und bezog die Betten mit frischer Wäsche, weil ich gewaschen hatte. Die Kinder wischten den Boden. Und dann – ist alles weg. Es gibt keine Wohnung mehr, keine Bücher, kein Geschirr, das wir gewaschen haben, kein Spiel, das wir gespielt haben. Ich habe keinen Ort mehr, an dem ich wohnen kann. Mein Zuhause wird Stein für Stein auseinandergenommen, Betonplatten fallen herunter, damit sie ›den Menschen nicht auf den Kopf fallen‹. Und ich kann immer noch nicht glauben, dass ich nie wieder auf dem Sofa sitzen werde, nie wieder die Bilder und die alte Uhr anschauen werde, nie wieder meinen Kindern etwas in ihr Zimmer zurufen werde. Das Leben ist niedergebrannt, in Stücke zerfallen.“
Zwei ihrer Bücher sind im Verlagsprogramm des Mauke erschienen: Ihr Roman „Kämpferinnen“ und der Erzählband „Bloß nicht bellen“.
In Olena Sachartschenkos Roman „Kämpferinnen“ dreht sich alles um den Euromajdan in Kiew im Februar 2014 – erzählt aus der Perspektive von Frauen in nur einer Nacht, in der sich das Schicksal der Ukraine und das der einzelnen Figuren entscheidet.

In dem Erzählband „Bloß nicht bellen“ erzählt die Autorin in neun kurzen Geschichten vom Ausbruch des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und zeigt, wie dieser Krieg plötzlich in den Alltag ganz normaler Menschen und ihrer Tiere hineinbricht.
Den Erlös aus dem Verkauf gibt der Mauke Verlag vollständig an Olena Sachartschenko weiter. Ihre Bücher sind aktuell überall im Buchhandel erhältlich.
Zuerst hat darüber Thomas Leurs vom Literatur-Osteuropa-Blog (https://literatur-osteuropa.blog) berichtet.


Leave a Reply