Berlin: „Free the Leopards“

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Die Erwartungen an die achte Rammstein-Konferenz waren immens, der Druck auf die deutsche Regierung enorm. Das Ergebnis ist eine große Enttäuschung: Einstweilen keine Leopard-Panzer für die Ukraine in ihrem Verteidigungskrieg gegen den russischen Großangriff. Deutschland, so der neue Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), will erst einmal klären, wie viele Leopard-Panzer es tatsächlich in seinen Beständen hat. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Deutschen Bundestag, Strack-Zimmermann (FDP) fasste die Situation prägnant zusammen:

Die Geschichte schaut auf uns und Deutschland hat leider gerade versagt

marie agnes strack-zimmermann, fdp

Ein Armutszeugnis nach 11 Monaten Krieg in der Ukraine. Der Imageschaden ist innerhalb der EU und den NATO-Partnern enorm. Die jüngste Initiative für die Lieferung des Leoparden an die Ukraine ging von Polen aus, Polen und Finnland haben bereits erklärt, Panzer aus ihren Beständen an die Ukraine abgeben zu wollen.

Trotz der aufgeschobenen Entscheidung über die Lieferung wurde am Rande bekannt, dass einige Länder – darunter auch Deutschland – beginnen, ukrainische Soldaten am Leopard-Panzer zu trainieren. Auch gab es weitere Zusagen für umfangreiche Waffen- und Flugabwehrsysteme. Der ukrainische Verteidigungsminister gab sich “ziemlich zufrieden”.

Am frühen Freitagabend, nach Bekanntwerden der Ergebnisse von Ramstein, versammelten sich in Berlin vor dem Bundeskanzleramt knapp 1000 Menschen, um für Panzerlieferungen an die Ukraine zu demonstrieren. Aufgerufen hatte die Initiative junger Ukrainer “Vitsche”. Unter dem Motto “Fee the Leopards” forderten die Demonstranten bei Temperaturen um null Grad Olaf Scholz zur Umkehr auf. Die Verzögerungstaktik müsse ein Ende finden, Leopard-Panzer rasch geliefert werden, damit sich die Ukraine gegen den russischen Aggressor verteidigen könne.

Ralf Fücks vom Zentrum Liberale Moderne forderte von den Partnern der Ukraine ein deutliches Zeichen an den Kreml. Wenn Russland einen Sieg davontrage, läge die gesamte europäische Sicherheitsordnung in Schutt und Asche.

Ralf Fücks, Zentrum Liberale Moderne, Berlin

Die Demonstranten erinnerten bei der Kundgebung auch an die Opfer des russischen Raketenangriffs auf die zentralukrainische Stadt Dnipro. Bei einem Raketeneinschlag auf ein Wohnhaus kamen mehr als 50 Menschen ums Leben. Mit Kerzen wurde der Schriftzug “Dnipro” nachgestellt



Posted from Berlin, Tiergarten, Deutschland.

Last Updated on 27. December 2023 by Lupo



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