„The Standard“ Brussels – Hotelrezension

Lesedauer 3 Minuten

Endlich mal wieder Gelegenheit für eine kleine Hotelrezension. Nachdem ich am Wochenende ziemlich spontan in Brüssel gelandet bin, habe ich mich für das relativ neue The Standard Hotel im Brüsseler Cartier du Nord entschieden. The Standard ist eine neue Marke im Portfolio der Hyatt-Gruppe und das Brüsseler Hotel hat es sogar in die Wallpaper* geschafft.

Hotel Lobby „The Standard“ Brussels

Es liegt in einem sanierten Turm im wenig bekannten Brüsseler Nordviertel; die Zimmer beginnen erst im sechsten Stock, sodass alle 200 Zimmer sowie das Dachrestaurant weite Blicke über die Stadt bieten. Zuletzt war ich vor über zehn Jahren in Brüssel und das Viertel um den Nordbahnhof hat einen ziemlich verwahrlosten und heruntergekommenen Eindruck gemacht. Mittlerweile hat sich hier einiges getan: Die Gegend wird derzeit umfassend revitalisiert; die Innenstadt ist zu Fuß erreichbar, das kreative Kanalviertel liegt in der Nähe. Vom Bahnhof Brüssel Nord ist das Hotel fußläufig erreichbar. 

Junior Suite The Standard Brussels

Als Hyatt-Globalist wurde ich auf eine Junior Suite mit Eckblick upgegradet. Der Check-In verlief ohne größere Probleme, allerdings war der Wäsche-Service nicht (mehr) verfügbar. Das Zimmer verfügt über eine Minibar, dazu gibt es sogar eine Menükarte, die mit dem tatsächlichen Inhalt aber wenig zu tun hat. Dort befanden sich lediglich 4 Flaschen Wasser.

Unbestritten charmant ist das Design des Hotels. Das Interieur von Bernard Dubois mischt verspielte Postmoderne-Zitate (Jacqmain in der Lobby, van Eyck im Dachrestaurant im 1930er-Miami-Stil) mit maßgefertigten Möbeln, Rundformen und auffälligen Teppichen. Beste Wahl: die Deluxe Junior Suites mit Eckblick bis zur Grand Place. Bemerkenswert: Einen Fernseher gab es in meiner Junior Suite nicht. Dafür ein A1 – 2nd Generation von Bang & Olufsen. Vermisst hab ich den Fernseher nicht. 

Dachterrasse im 29. Stock – The Standard

Kulinarisch verantwortet Alex Joseph die Brasserie Double Standard (US-Comfort-Food trifft belgische Klassiker) und Lila29 im 29. Stock (iberisch). Und damit beginnen die Enttäuschungen. Das Double Standard war geschlossen. Dass Lila29 bewirtete eine geschlossene Gesellschaft. Immerhin war mir gestattet, auf der Dachterrasse im 29. Stock Platz zu nehmen – mit Blick über Brüssel. Für den Drink muss ich zur Bar gehen, da draußen offenbar gar nicht bedient wurde. Erst viel später, als mehr Gäste auf der Terrasse waren, erschien gelegentlich Personal. Auf die beiden bestellten Miniatur-Tapas musste ich circa eine Stunde warten. Die Rechnung nach dreimaliger Erinnerung. Der Service war schleppend. 

Das Frühstück wird am Morgen zwischen 7:00 und 11:00 Uhr im Erdgeschoss serviert. Letztlich war es von seinem Umfang und vom Angebot her eher wenig Standard. Croissants, Rührei, Speck, Müsli, Obstsalat. Eigentlich eher im Bereich eines Budget Hotels. Das die Kaffeemaschine zur Stoßzeit außer Betrieb war, rundete das Service-Erlebnis ab. „There‘s a Starbucks two Kilometers down the Road“, unkte ein Gast. Schade. Es hätte ein Erlebnis werden können.


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