Riskante russische Satire

Friedrich Schmitt schreibt in der FAZ über die russische YouTube-Gruppe BARAKuda, die mit scharfer Satire über die Berichterstattung in den Staatsmedien lustig machen.

In einer sperrigen Behördensprache versprechen ihre Beiträge Fortschritt, wo in Wirklichkeit Misere vorherrscht. Naliwkin löst Alltagsprobleme, wie sie viele Russen kennen, im Alleingang, und das immer auf absurde Weise.

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So schreitet der fiktive Vorsitzende des örtlichen Exekutivkomitees Nalivkin – dem amtierenden Präsidenten äußerlich nicht unähnlich – erfolgreich ein, als eine herrenlose Reisetasche an einer Bushaltestelle für Bombenalarm sorgt. Er löst das Problem – mit einer Panzerfaust.

Der Spott kommt an, die Filmchen werden millionenfach angesehen und scheinen die Staatsmacht auch empfindlich zu treffen. Die wurde nämlich prompt aktiv:

Jetzt drohen den Hobbyfilmern fünf bis acht Jahre Haft, ihre Ausrüstung wurde beschlagnahmt, und statt neue Naliwkin-Clips zu drehen, sammeln sie Hilfsgelder, um ihre Anwaltskosten zu decken. „Wir verstehen natürlich, dass der Grund, warum sie uns zu Verbrechern erklären wollen, ein ganz anderer ist“, schrieb das Team auf Instagram. „Und wir verstehen, dass die Entscheidungen über uns bei Weitem nicht in unserer Stadt und Region getroffen werden.

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