In Ungarn tobt kurz vor den anstehenden Parlamentswahlen am 12. April eine landesweite prorussische Desinformationskampagne, die mit gefälschten Videos gegen ukrainische Geflüchtete hetzt. Diese Clips, die angeblich von Reuters und der Deutschen Welle (DW) stammen, behaupten, Flüchtlinge planten einen Anschlag auf Ministerpräsident Viktor Orbán – pure Erfindung ohne jeden Beleg.
Ein Faktencheck-Team der DW entlarvte die Fakes: Sie wurden über ein Botnetz verbreitet, das seriöse Medienlogos und -Designs nachahmt, eine Taktik namens „Media Spoofing“. Die Videos erreichten über 100.000 Nutzer in sozialen Netzwerken und zielen darauf ab, Misstrauen gegen Ukrainer zu schüren und prorussische Narrative zu pushen, etwa im Kontext der Kampagne „Matryoshka“ oder „Overload“. Es handelt sich um „Media Spoofing“ – eine Desinformationstaktik, bei der Medienmarken imitiert werden, um falsche Narrative glaubwürdig erscheinen zu lassen, etwa durch Fake-Webseiten oder -Videos. Ziel ist es, Vertrauen in seriöse Quellen auszunutzen. Laut Experten gehören die jüngsten, über Bot-Netzwerke verbreiteten Videos mit über 100.000 Aufrufen zur pro-russischen Desinformationsoperation „Matrjoschka“ („Operation Overload“), die gezielt Medien und Faktencheck-Redaktionen angreift.
DW-Chefredakteur Mathias Stamm warnt vor der Rücksichtslosigkeit solcher Angriffe auf die öffentliche Meinung und plädiert für mehr Faktenchecks, da es Journalisten immer schwerer falle, solche Täuschungen aufzudecken. „Der von Bots verstärkte Fake-Video-Fall aus Ungarn zeigt, wie skrupellos Desinformation heute eingesetzt wird, um Misstrauen zu schüren und politische Narrative zu verzerren. Gerade deshalb braucht es sorgfältig recherchierte Faktenchecks, die diese Täuschungen entlarven und Menschen Orientierung bieten.”, so der DW-Chefredakteur.


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