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Die belarussische Oppositionskandidatin bei den Präsidentschaftswahlen Swetlana Tichanowskaja war gestern abend zeitweise verschwunden. Der litauische Außenminister zeigte sich auf Twitter tief besorgt über ihre Sicherheit. Jetzt wandte sie sich wieder an die Öffentlichkeit. Aus Litauen.

Update: Dem Vernehmen nach sei Tikhanovskaya nicht geflohen, sondern von den Behörden gezwungen worden, das Land zu verlassen, schreibt der Korrespondent des Independent Oliver Carroll auf Twitter. Ihr Team sei weiterhin im Gewahrsam.

Swetlanna Tikhanowskaja ist im litauischen Exil, wo sich dem Vernehmen nach auch ihre Kinder aufhalten. Am gestrigen Nachmittag hatte sie in Minsk noch Beschwerde gegen den Ausgang der Wahl eingelegt. Schon dort hatte sie geäußert, sie habe für sich „eine Entscheidung getroffen“. Danach war sie zeitweise unauffindbar. Ihr Anwalt hatte lediglich erklärt, sie sei „nicht verhaftet“ worden.

Jetzt wandte sie sich über ihren Telegram und Youtube-Kanal an ihre Anhänger. Dabei erklärte sie sichtlich bewegt:

Weißt du, ich dachte, diese ganze Kampagne hat mich sehr gehärtet und mir so viel Kraft gegeben, dass ich alles ertragen konnte. Aber wahrscheinlich blieb ich die schwache Frau, die ich ursprünglich war. Ich habe eine sehr schwierige Entscheidung für mich getroffen.

Ihre Anhänger rief sie zu Besonnenheit und Gewaltlosigkeit auf.

Deshalb, Leute, passt bitte auf euch auf – kein Leben ist wert, was jetzt passiert. Kinder sind das Wichtigste in unserem Leben

Auch am gestrigen Tag gingen landesweit Zehntausende auf die Straßen. Neben der Hauptstadt Minsk gab es unter anderem in den Städten Brest, Mogilev und Vitebsk Proteste und Zusammenstöße mit den Sicherheitsorganen.



Nichtstaatliche Medien berichten von ersten Streiks im Lande.



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