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Wie den aufgeregten Meldungen in sozialen Medien zu entnehmen ist, soll ein gewisser Kanye West, seines Zeichens Rapper und Ehemann einer Frau Kardashian (welcher auch immer) seine Kandidatur für die US-Präsidentschaftswahl im November 2020 angekündigt haben.

Es sieht so aus, als wäre das Ernst gemeint. Nun sollte in einer Demokratie jeder, der die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt und dessen geistige Gesundheit es zulässt, sich zur Wahl stellen dürfen. Aber vielleicht sollten die Wähler überlegen, ob die Reality Show der letzten vier Jahre nicht genug gewesen sind und ob es angesichts der Krise des Landes nicht an der Zeit wäre, dem Amt die Würde und Ernsthaftigkeit zurückzugeben, die es zur Bewältigung der vielen Probleme braucht.

Spiegel Online rezensiert heute eine Studie über das stille Sterben der amerikanischen Mittelschicht. Während in fast allen anderen Industriestaaten die Lebenserwartung steigt, fällt sie in den USA kontinuierlich. Betroffen sind davon die Angehörigen der white working Class. Opioidkrise, Alkoholismus und Suizide sind Ausdruck einer Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, der die weißen Nichtakademiker zunehmend unter ökonomischen Druck bringt, ihre Einkommen stagnieren oder fallen.

Case und Deaton zeichnen nach, wie sich der Gesundheitszustand der 45 bis 54-jährigen Nichtakademiker zusehends verschlechtert. Inzwischen berichtet in dieser Altersgruppe ein höherer Anteil von chronischen Schmerzen, als das bei US-Rentnern der Fall ist. Dabei geht es um viel mehr, als nur die Erfassung von Zimperlein: Auf Ebene der Counties, der Landkreise, korreliert Donald Trumps Stimmenanteil 2016 stark mit dem Anteil der Personen, denen Schmerzen das Leben erschweren.

Rezension Deaths of Despair and the Future of Capitalism auf Spiegel Online
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