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Die gestern in Minsk mutmaßlich entführte belarussische Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikova ist an der Grenze zur Ukraine wieder aufgetaucht und dort von belarussischen Behörden verhaftet worden. Das meldet die Nachrichtenagentur Interfax Ukraine .

Zeugen hatten gestern beobachtet, wie die Politikerin auf offener Straße gekidnappt und in einem Fahrzeug ohne Kennzeichen weggebracht wurde. Das Magazin tut.by hatte darüber zu erst berichtet.

Nachdem Sviatlana Tsikhanouskaya zur Ausreise nach Litauen gezwungen, Olga Kowalkowa nach mehrtägigem Gewahrsam an die polnische Grenze gebracht und ebenso zur Ausreise genötigt wurde, war zu erwarten gewesen, dass Kolesnikowa nach ihrer Entführung in Minsk an die Grenze zur Ukraine gebracht wird.

Allerdings scheint beim Grenzübertritt etwas schief gelaufen zu sein. Berichten zur Folge soll Kolesnikowa ihren Pass zerrissen haben, um ihre Ausweisung zu verhindern.

Das wurde mittlerweile auch von ukrainischer Seite bestätigt. Der stellvertretende ukrainische Innenminister erklärte, ein Versuch, die Oppositionführerin Kolesnikova aus dem Land zu bringen scheiterte, weil „diese mutige Frau Maßnahmen ergriff, damit sie nicht über die Grenze gebracht werden konnte“. Weiter hieß es: „Sie blieb auf dem Territorium der Republik Belarus.“

„Maria Kolesnikova tried to illegally leave the territory of the Republic of Belarus but was detained on the border,“ BelTA said on Telegram.

Quelle: Nachrichtenagentur BelTA, Interfax-Ukraine

Zwei andere Mitglieder des „Coordination Council“, Anton Rodnenkov and Ivan Kravtsov befinden sich nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur BelTA nun in der Ukraine. Beide berichteten auf einer Pressekonferenz in Kyiv über die dramatischen Ereignisse.

Auch diese beiden waren gestern in Minsk „verschwunden“.

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