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Nachdem ich Anfang der 2000er Jahre eine Woche in Novosibirsk war, sollte meine dritte Russland-Reise 15 Jahre später wieder nach Sibirien gehen. Nach einem obligatorischen Stop-Over in Moskau (Quartier im sehr zu empfehlenden Radisson Blu Belorusskaya unweit des Belorussischen Bahnhofs) ging es am folgenden Tag mit S7 Siberian Airlines vom Moskauer Flughafen Domodedovo zunächst nach Krasnoyarsk.

Ankunft in Irkutsk mit der Transsibirischen. Der Zug fährt weiter nach Vladivostok.

Von dort ging es dann nach einem dreitägigen Aufenthalt mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Irkutsk.

Empfangsgebäude des Bahnhofs Irkutsk

Bei der Planung ist mir dann leider ein Anfänger-Fehler unterlaufen, denn bei Planung und Buchung der Zugfahrt habe ich die Zeiten aus dem Fahrplan übernommen und gedacht, es handele sich um die lokale Zeit.

Bei den russischen Fahrplänen wird jedoch immer die Moskauer Zeit zugrundegelegt, entsprechend sind die Zeitunterschiede vor Ort bei den Ankünften und Abfahrten aufzuaddieren.

Damit verschob sich die Abfahrt in Krasnoyarsk dann vom frühen Morgen auf Mittag. Krasnoyarsk hat zu Deutschland einen Zeitunterschied von fünf Stunden, in Irkutsk sind es sechs Stunden.

Typische sibirische Holzarchitektur im Zentrum

Ebenso verschob sich meine für den späten Abend geplante Ankunft in Irkutsk auf den frühen Morgen. Entsprechend weniger Zeit hatte ich dann für die Stadt, an einen Trip zum nochmal 50km entfernten Baikal-See war dann leider nicht mehr zu denken.

Zentrum von Irkutsk

Irkutsk hat knapp 600.000 Einwohner und ist eine Universitätsstadt und besitzt seit 1686 Stadtrechte. Im Vergleich zur sibirischen Industriestadt Krasnoyarsk hat Irkutsk allerdings touristisch mehr zu bieten.

Der Stadtkern ist touristisch hergerichtet, ebenso gibt es zahlreiche Theater und Museen. Auch wenn Irkutsk im 20. Jahrhundert seine Bedeutung als Metropole Sibiriens an Novosibirsk verloren hat, hat es sich seine Charme als „Paris Sibiriens“ bewahrt.

Entgegen jeglichen Klischees war das Wetter im späten August auch im tiefsten Sibirien recht angenehm, wenn auch etwas frischer als noch in Krasnoyarsk: Trocken und knapp 20 Grad.

Wie weit weg man von zuhause war, konnte man schon an den Kriegerdenkmälern sehen. Denn hier wurde an die Schlachten gegen die Japaner erinnert.

Ebenso holprig wie die verspätete Anreise war auch die Abreise. Beim Aufwachen im Hotel erwartete mich die Nachricht, dass S7 Airlines wohl mit einer fast dreistündigen Verspätung zurück nach Moskau fliegen wird.

Damit war auch der separat gebuchte Anschluss von Moskau über Wien nach Frankfurt passé. Dank einem Meilen-Reservoir konnte ich dann noch auf die späte direkt Maschine von Lufthansa nach Frankfurt umbuchen. Das allerdings erst in Moskau, denn in Irkutsk war am Flughafen niemand zu finden, der Englisch sprach.

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