Ukraine gewinnt den ESC: Signal europäischer Solidarität

Die ukrainische Band „Kalush Orchestra“ hat in der Nacht den Eurovision 2022 in Turin mit ihrem Lied „Stephania“ für die Ukraine gewonnen. Dabei konnten sie auf die starke Unterstützung der Zuschauer setzen, die sie mit durchschnittlich 11,3 Punkten bewerteten. Der diesjährige Eurovision Song Contest war damit politischer als viele Jahre zuvor. Nach dem Sieg wird die Band übrigens nicht wie gewohnt auf Europa-Tournee gehen. Vielmehr wolle man ab Montag wieder gegen die russischen Soldaten kämpfen. Im nächsten Jahr wird der Wettbewerb dann in der Ukraine stattfinden. Der Präsident des Landes hat da auch schon konkrete Vorstellungen:

Wir werden unser Bestes tun, um eines Tages die Teilnehmer und Gäste von Eurovision im ukrainischen Mariupol zu beherbergen. Frei, friedlich, wieder aufgebaut!

Ich muß gestehen, dass ich mit dem Eurovision -Contest nicht viel anfangen kann und auch mit den Regeln nicht vertraut bin. Dessen ungeachtet ist dieses europäische Votum ein wichtiges Symbol an das Land im Krieg und eine laute Ohrfeige an den Aggressor in Moskau. Dementsprechend sind die Ukrainer, angefangen vom Präsidenten, über die Regierungsinstitutionen bis hin zu den lokalen Vereinen zu Recht „aus dem Häuschen“.

Man kann es nicht oft genug sagen: Dieser Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt, ist ein Vernichtungskrieg. Es geht weder um eine angebliche historische Demütigung Russlands, noch um irgendwelche Aktivitäten der NATO. Putin hat die wirklichen Motive für seinen Überfall auf das Nachbarland bereits im letzten Jahr in seinem „Essay“ mit dem Titel „Über die historische Einheit von Russen und Ukrainern“ klar benannt: Es gibt keine eigenständige Ukraine in eigenen Grenzen. Die Ukraine ist für ihn ein Teil von Russland. Es gibt keine ukrainische Kultur und keine ukrainische Sprache. Putin stellt die Existenz der Ukraine als eigene Nation infrage und behauptet, die gegenwärtige Regierung des Landes sei von westlichen Verschwörungen gesteuert.

Wenn nun aber ein ukrainischer Beitrag in einem europaweiten Kulturwettbewerb auf Platz eins gewählt wird, setzt ganz Europa ein starkes solidarisches Zeichen. Der Ausgang des Wettbewerbs ist letztlich ein europaweites Anerkenntnis für die ukrainische Nation und Kultur.. Und eine Bestätigung, dass die Ukraine zu Europa gehört, was den Ukrainern zu Recht gerade sehr wichtig ist. Es ist aber letztlich auch ein Zeichen, dass Europa das Land im Krieg nicht alleine lässt und nicht vergessen hat.

Und jetzt werde ich mir den Beitrag „Stefania“ einmal anhören.

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