Russisches Grounding steht bevor

Was der kleinen ukrainischen Fluglinie “Ukraine International Airlines” vor vierzehn Tagen passiert ist, könnte jetzt die russische Luftfahrt treffen – und das um ein vielfaches härter: Leasinggeber in der EU müssen ihre Leasingverträge mit russischen Luftfahrtunternehmen kündigen. Nicht wie im Falle der Ukraine International wegen einer möglichen Kriegsgefahr – sondern wegen der EU-Sanktionen, die am Freitag in Kraft gesetzt worden sind.

Moskauer Flughafen Domodedowo

Für die Leasinggeber gibt es noch ein weiteres Problem: Viele ihrer Maschinen stehen in Russland, aufgrund der Luftraumsperrung für russische Fluglinien können sie nicht zurück in die EU gebracht werden. Flugzeuge, die sich außerhalb Russlands befinden, werden möglichst schnell gesichert und stillgelegt. So konnte bereits eine Maschine der Budget-Airline “Pobeda” ihren Flug von Istanbul nach Moskau nicht mehr absolvieren. Nach Presseberichten befinden sich derzeit 515 geleaste Flugzeuge mit einem Gesamtwert von über zehn Milliarden US-Dollar in Russland. Auch wird befürchtet, dass die russischen Fluglinien ihre Leasinggebühren wegen der Sanktionen nicht mehr werden bezahlen können. Alleine bei der größten Airline Russlands, der Aeroflot, besteht die Hälfte der Flotte aus geleasten Flugzeugen. Dazu kommt noch, dass alle Flugzeuge im EU-Ausland gewartet werden, auch in Deutschland. Dies ist seit Freitag nicht mehr möglich, auch die Lieferung von Ersatzteilen fällt unter die Sanktionen.

Auch die größte private Airline Russlands, S7 Airlines, ist schwer getroffen. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte S7 alle Flüge nach Europa einstweilen eingestellt. Nun sind auch die Expansionspläne in Deutschland wohl Makulatur. Die Aufnahme neuer Verbindungen, u.a. von Frankfurt nach Moskau und Novosibirsk, wird wohl nicht realisiert werden können.

Maschine von S7 in Domodedowo

Der ukrainische Außenminister hat auf Twitter unterdessen bekannt gegegen, dass das größte Transportflugzeug der Welt, die AN 225 bei einem russischen Angriff zerstört wurde. Russland, schriebt er, hat „unsere Mriya“ – so der Kosename Flugzeugs, von dem es nur ein Exemplar gibt – „zerstört“.

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