Die Woche. Der Rückblick.

Der Aufmacher der NZZ von letzter Woche hat sich bedauerlicherweise als Ente erwiesen. Die Welt ist leider nicht untergegangen.

Corona gibt es immer noch

Corona rafft weiterhin jede Woche hunderte Menschen dahin, ein kleiner Haufen Spinner demonstriert dafür, sich den Erkenntnissen der Wissenschaft verschließen zu dürfen und nimmt dafür sogar dankend die Hilfe von Rechtsradikalen an. Damit die Welt an der eigenen Dummheit teilhaben darf, postet man dann fleissig auch Videos ins Netz, die niemand interessieren. Zu sehen ist dabei beispielsweise wie ein Mann angerannt kommt und von hinten einen Polizeibeamten anspringt, der gerade versucht, eine polizeiliche Maßnahme zu erklären, während eine schrill kreischende hysterische Frau permanent ins Mikro plärrt “Wir sind friedlich“.

Der missverstandene Widerstands- und Freiheitskämpfer in der postdemokratischen deutschen Corona-Diktatur geht spazieren und erklärt den Polizisten, die für seine unangemeldete Versammlung den Weg freiräumen müssen, dass sie alle Faschisten seien.

Der Russe kommt

Der Russe hat die Ukraine immer noch nicht überfallen, er dementiert auch fleissig das überhaupt vorzuhaben, benötigt aber nun nach 30 Jahren urplötzlich Sicherheitsgarantien, weil er sich von Ländern wie Lettland oder Estland bedroht sieht. Die hierzu anberaumten Gesprächsmarathons in Genf und Brüssel blieben erwartungsgemäß erfolglos und die Bewertungen internationaler Kommentatoren schwanken zwischen der Einschätzung, der ganze Zinnober an der ukrainischen Ostgrenze sei ein einziger Bluff bis zu der erschreckenden Annahme, der Russe werde an verschiedenen Fronten angreifen, von seinen Basen im Nordpolarmeer bis zum Mittelmeer und auch die NATO-Länder davon nicht verschonen.

Immerhin setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass es mit dem üblichen mediatorischen Nonsens, dem sich die deutsche Russlandpolitik der letzten 30 Jahre verschrieben hat, nicht mehr getan ist, sondern Tacheles geredet werden muss.

Zwischenakt: Aufruhr in Kasachstan

Dem in Not geratenen Kleptokraten in Kasachstan ist man natürlich gerne umgehend zur Seite gesprungen und nun hofft man dort, dass die herbeigerufenen „Friedenstruppen“ auch hoffentlich bald wieder abrücken und den Frieden nicht länger zu sichern gedenken, als es einem souveränen Staat zu Gesicht steht. Ob man die Rechnung in Almaty mit Putin gemacht hat, wird sich zeigen. Immerhin hat man zeitnah alle Demonstranten Terroristen wohl erschossen oder eingesperrt oder beides.

Michel Houellebecq schreibt wieder

In dem ganzen Alarm-Geschrei der vergangenen Woche wäre fast untergegangen, dass Michel Houellebecq, der misanthropische Seismograf, wieder einen Roman veröffentlicht hat, in dem, so die vorläufige Zusammenfassung, wieder mal alles den Bach runtergeht.

Damit schließt sich dann auch der Kreis für diese Woche.

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