Umgang mit Russland: „Die Fixierung auf Mediation geht moralisch fehl“

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Der Europaabgeordnete der Grünen, Sergej Lagodinsky, hat heute in einem lesenswerten Gastbeitrag in der FAZ die Bundesrepublik und die EU zu einer aktiven Unterstützung der Ukraine aufgerufen.

Gespräche mit Moskau seien richtig und notwendig, angesichts des Drohpotential des Kremers müßten sie auch auf Augenhöhe geführt werden, die Degradierung Russlands durch Obama als „Regionalmacht“ sei falsch gewesen. Wenn Deutschland und die EU aber Ernst genommen werden wollten, müßten sie auch eine aktivere Rolle einnehmen und „Haltung zeigen“. Mit ihrer Mediatiorenrolle und „Soft Power“ drohe der EU und Deutschland die Irrelevanz.

Deutschland und die EU müssen sich von der lieb gewonnenen Rolle als vermittelnde Mittelmacht und beschwichtigende Soft Power verabschieden. Wenn wir die außenpolitische Komfortzone eines Vermittlers nicht verlassen, sind wir in Gefahr, endgültig in die internationale Irrelevanz abzurutschen.

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/haltung-zeigen-lagodinsky-zu-russland-und-zur-ukraine-17728542.html

Man dürfe sich nicht damit abfinden, „über den Dingen zu schweben“, die Mediatorenrolle sei moralisch verfehlt.

Es ist schwer erklärbar, warum einem Land, das wie die Ukraine unter Besatzung und Zerstückelung leidet, keine auch nur minimale Unterstützung zur Selbstverteidigung zugestanden werden kann, warum wir Russlands Narrativ übernehmen und der Ukraine im Normandieformat in erster Linie eine Bringschuld verschreiben. Es kann selbstverständlich nicht um die Bewaffnung bis unter die Zähne gehen, aber durchaus um eine ausgewogene, kluge Unterstützung gegen Angriffe von außen.

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